Umzug geplant für 2012
Neubau Fliegl Mühldorf
Beispielhaft ist die Unternehmensentwicklung des Bereichs Agrartechnik innerhalb der Fliegl-Gruppe. Aus einem Einmannbetrieb im Nebenerwerb ist in 35 Jahren ein mittlerweile weltweit agierendes Unternehmen geworden. Vor allem in Europa, aber auch in Russland, Südamerika und Australien sind Fliegl-Transporter auf Feldern und Straßen unterwegs.
Zukunftsinvestition in neues Fliegl-Werksgelände
Der Unternehmer Josef Fliegl jun. ist davon überzeugt, dass noch mehr Fliegl-Technik nachgefragt wird. Selbst im Rezessionsjahr 2009 zweifelt er nicht daran, setzt weiter auf Wachstum und initiiert eine Großinvestition in Mühldorf. Diese Großinvestition ist der vorläufige Schlusspunkt einer beispielhaften Unternehmensentwicklung zu einem großen mittelständischen Industrieunternehmen.
Dies spiegelt sich wider in den Ausmaßen des neuen Werkes: Auf rund 30 Hektar Grund im Norden von Mühldorf/Oberbayern entstehen die neuen Fliegl-Produktionsstätten. Das Hauptgebäude mit Hochregallager, Produktionsbüros, Verwaltungsgebäude und Ausstellungsräume des ersten Bauabschnitts sind im vollen Ausbau.
Die Produktionshalle allein ist rund 400 m lang und bis zu 200 m breit. Je nach Bausegment überspannt das Dach in einer Höhe von 10 bis 25 m rund sechs Hektar Bodenfläche. Der umbaute Raum umfasst mehr als 800.000 Kubikmeter. Im Endausbau, der für das Jahr 2012 angepeilt ist, werden rund siebeneinhalb Hektar überdacht sein mit rund einer Million Kubikmeter umbauten Raum.
Im Zentralgebäude wird ein Hochregallager erstellt mit einer Länge von 92 m, einer Breite von 37 m und einer Höhe von 27 m. Im Lager finden rund 12.000 Europaletten und Gitterboxen Platz. Die Lagertechnik liefert die renommierte Firma Jungheinrich. Bis Mai 2012 wird das Hochregal fertiggestellt und die Lagertechnik eingebaut sein.
Bis Juni 2012 wird eine vollständig neue Lackieranlage für Lösemittellacke erstellt. In ihr können in zwei Spritzkabinen und einem Tauchbecken Maschinenteile bis zu einer Länge von zehn Metern sowie einer Breite und Höhe von jeweils drei Metern lackiert werden. Lieferant der Lackieranlage ist die Firma Rippert, die automatische Fördertechnik hierzu kommt von der Firma KJ Sonderanlage. Die Unterstellhalle für fertiggestellte Transporter dient nicht nur dem Schutz der Fahrzeuge vor Witterungsunbilden, sondern nutzt die Sonnenenergie und ist somit zugleich Stromlieferant.
Auf dem Dach mit einer Fläche von 6.700 Quadratmetern ist mittlerweile eine Photovoltaikanlage installiert mit einer elektrischen Leistung von 1000 kW. Die elektrischen Installation ist vorbereitet auf den Eigenverbrauch von Strom durch das Werk. Die Energieversorgung soll naturnah sein. Zur Zeit wird beraten, ob ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von ca. 500kW gebaut werden soll, das die Bodenwärme nutzt und Wärme bzw. Strom für die gesamten Betriebsprozesse der Lackieranlage erzeugt. Außerdem wird geprüft, ob auf einem Teil der nicht überbauten Flächen Elefantengras angebaut wird zum Verheizen, um fossile Brennstoffe wie Öl oder Erdgas
zu sparen..
Anfang nächsten Jahres beginnen die Bauarbeiten für die Ausstellungshalle mit Verkauf und Verwaltungsgebäude einschließlich Auslieferungshalle. Nach Fertigstellung werden im neuen Fliegl-Werk in Mühldorf 250 Mitarbeiter mehr, davon 60 Auszubildende, einen Arbeitsplatz finden. Die Mehrzahl der Beschäftigten wird dann als Stammmannschaft von Töging nach Mühldorf umgezogen sein. Das gibt es selten und dürfte beispielhaft für andere Regionen sein: Das Genehmigungsverfahren für das Bauvorhaben hat nur vier Monate gedauerte. Es fußte auf professioneller Zusammenarbeit des Unternehmers Josef Fliegl und seines Planungsbüros einerseits sowie Stadt und Landkreis andererseits.
